Gemeinschaft in Zeiten von social distancing  -  es geht!

 

 

Verbandsarbeit aus Sicht des Vorsitzenden des

 

Schlaganfall Landesverbandes Niedersachsen e.V. 

 

mit vielen, ganz persönlichen, Lageeinschätzungen

 

2020, rückblickend ein Jahr der neuen Erfahrungen, mit ungewohnten Entbehrungen und Einschränkungen. Ein Jahr aber auch mit vielen Erkenntnissen und daraus gezogenen Lehren, die Mut machen und zeigen, dass unsere Gesellschaft lebendig ist und gut funktioniert. Das Zurechtkommen mit der allgemeinen Lage ist für Alle eine besondere Herausforderung. Akzeptieren was ist, fällt Manchem unendlich schwer.

2020 begann völlig normal. Fast jeder Mensch hat wieder einmal individuelle gute Vorsätze gefasst und wird sie sowieso nicht erfüllen (können). Das ist einfach so und wird auch immer so bleiben. Für uns, meine Frau und mich, beginnt das Jahr seit fünf-zehn Jahren in völliger Abgeschiedenheit auf Mönchgut.                                                            Den größten Krach verursachen in der Silvesternacht die, andernorts durch Raketen und Böller in ihrer Ruhe gestörten, flügelschlagenden Schwäne dicht über dem Wasser. Wir, mit unseren, meist aufgrund des starken Windes oftmals nicht einmal zu entzün-denden Wunderkerzen, sind dagegen kein Störfaktor. Wir genießen die Ruhe auf Rügen, denn zuhause ist es damit schnell wieder vorbei. 

  

Wir haben uns viel vorgenommen in diesem Jahr. Diverse Seminare, Tagungen, Austauschtreffen; wir wollen den Prozess der Ausweitung der Teleneurologie befördern helfen und betreuen unser Büro. Insgesamt sind mehr als 80 Termine geplant und ganz nebenbei haben wir auch noch ein Privatleben.

 

Eine überraschende Nachricht verursachte während des Urlaubs sehr viel Arbeit. Die für die Selbsthilfeförderung in Niedersachsen zuständige GKV verlangte kurzfristig (im Januar) eine detaillierte Aufteilung der in 2019, fristgerecht für das laufende Jahr, beantragten Pauschalfördermittel. Zusätzliche Arbeit, die man als Ehrenamtler in der Freizeit nicht besonders gern erledigt. Hierbei handelte es sich, aufgrund der, aus Verbandssicht, überhasteten Umsetzung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes, um absehbare Mehraufwände, die durchaus bereits während der Antragstellung hätten abgefragt werden können.

 

Nachrichten aus Wuhan berichten von einer unbekannten Lungenerkran-kung. China, weit entfernt und wenig relevant für uns, hier im aufgeklärten Westeuropa.

 

Vermeidbare Verwaltungstätigkeiten, gerade auch im ehrenamtlichen Bereich, binden zunehmend Arbeitskraft. Aus diesem Grund haben wir 2019 als landesweite Selbst-hilfevereinigung ein Schlaganfall-Büro in Burgdorf eingerichtet. Zukünftig wird uns dieses Büro, gerade in Bezug auf Verwaltungstätigkeiten, noch mehr entlasten. Aufgabe unserer ehrenamt-lichen Mitarbeiterinnen ist es darüber hinaus, unterstützt von Mitgliedern des Vorstands, im gesundheitlichen, psychischen und sozialen Bereich, beratend tätig zu sein.

Mit unserem Angebot wollen wir zur individuellen Selbsthilfe motivieren und gesellschaftliche Toleranz aktiv fördern. Dabei unterstützen wir sowohl Einzelpersonen, als auch Gruppen, die eigenverantwortlich für ihre Belange nach Lösungsmöglichkeiten suchen und diese in Handeln umsetzen wollen. Unsere Arbeit sehen wir in erster Linie darin, anderen Menschen zu helfen und für andere da zu sein. Wir möchten erreichen, dass die Gesellschaft  die Nöte und Probleme von Menschen sehen lernt, anstatt diese zu ver-drängen. Wir als Betroffene oder Angehörige wissen genau, was unsere Mitglieder benötigen und wo der Schuh drückt. Oftmals geht es nur darum zuzuhören, manchmal auch um seelischen Beistand, manchmal auch um echte Hilfe und ganz oft darum die Sozialkompetenz zu stärken, damit solange wie möglich der Verbleib in den eigenen vier Wänden gesichert werden kann. Menschlichkeit, ja, der Mensch selbst, steht bei unseren Betrachtungen immer im Mittelpunkt. Unser SLN - Schlaganfall Büro Niedersachsen hat die Aufgabe alle angesprochenen Handlungsfelder zu verknüpfen. Unser Angebot richtet sich an Einzelpersonen, Gruppen und selbstverständlich auch an professionelle Einrichtungen im Gesundheits-wesen, wie auch an die Öffentlichkeit.

 

Anfang Februar benötigten wir dann Printmaterialien für eine Vorstands-sitzung in Walsrode am Sitz der dortigen Kontaktstelle. Dann der Schock: Die Garage, welche wir als Lagerfläche angemietet hatten, war undicht; ein Wasserschaden. Es musste umgehend eine Ersatzlagerfläche gefunden werden. Ein diesbezügliches Gespräch mit der Verwaltung half ebenso wenig das Problem zu beseitigen, wie mehrere Makleranfragen.  Lagerfläche ist rar und wenn verfügbar, dann völlig überteuert. Ein Problem welches nicht nur uns betrifft, sondern auch viele andere Vereine und Verbände. Es wurde also eine neue Garage angemietet und, wie in der Selbsthilfearbeit üblich, fanden sich umgehend Menschen die beim Umräumen tatkräftig unterstützten.                                                          Der Gemeinsinn, besser vielleicht sogar das Gemeinschaftsgefühl, trug auch diese Räumaktion. Jeder fasst zu wie er/sie kann und die Arbeit läuft. So etwas zu erleben ermutigt immer wieder zum Weitermachen.

     

Die Nachrichten aus China nehmen immer mehr Raum in der Berichterstattung ein.

 

Im Februar wurden Gespräche mit den Mitarbeitern der Kontaktstellen Walsrode und Rotenburg geführt. Unser seit Jahren bestehender Plan in Rotenburg/Wümme eine Schlaganfall Selbsthilfegruppe aufzubauen wird von der neuen ZISS Mitarbeiterin vor Ort unterstützt. Ein kleiner Schritt für Betroffene im südlichen Teil des Landkreises, denn bislang gibt es dort nur eine Gruppe, eine Autostunde entfernt, in Bremervörde. Für die aller-meisten Betroffenen ist diese Entfernung zu groß, ja unzumutbar.

Mehrere kleinere Veranstaltungen wurden im Laufe des Monats Februar absolviert.

 

Covid-19, dieses Virus aus Wuhan, verteilte sich aufgrund weltweiter Verbindungen überall hin. Kaum noch ein Land, welches keine Infizierten meldete, aber immer noch bei vielen Menschen die Auffassung, wir nicht, wir haben andere und natürlich viel bessere Hygienestandards. Zu diesem Zeitpunkt lief noch fast alles nach Plan.

 

Die Würzburger Aphasietage im März wurden abgesagt und ich steckte zu dieser Zeit noch voll in der Vorbereitung eines bereits im Vorjahr genehmigten SLN-Seminars in der Jugendherberge Magdeburg und dann war auch noch der Burgdorfer Selbsthilfetag im August zu beplanen.

 

Am 02. März besuchte ich unsere Selbsthilfegruppe in Garbsen, nicht wissend, dass es auf lange Zeit das letzte Treffen bleiben sollte. Viele nette Teilnehmer, viele Fragen, noch mehr nette Gespräche.                                Am Rand fand auch dieses Virus Erwähnung.

 

Unsere öffentliche Veranstaltung in Kooperation mit unserer Mitglieds-gruppe „Lichtblick“ aus Bruchhausen-Vilsen und Per Pedal in Syke zog nicht nur eine große Anzahl von Menschen an, welche normale Fahrräder ansehen und Probefahren wollten, sondern auch viele Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Mobil mit Handicap war das Motto und so zeigten einige Hersteller, die mit ihren Präsentations-trucks angereist waren, verschiedenste Spezialfahrräder und boten Probefahrten an. Für uns, als Schlaganfall Landesverband, stand die Präventionsarbeit im Vordergrund. Zufrieden mit dem Erfolg ging es am Abend nach Hause.

 

Turbulenter Mittwoch

Die weltweite Ausbreitung von Covid-19 wurde am 11.03.2020 von der WHO (die Weltgesundheitsorganisation) zu einer Pandemie erklärt. Unmittelbar danach habe ich sämtliche öffentlichen Veranstaltungen unseres Landesverbandes in den Monaten März und April abgesagt. Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, da ich doch weiß, dass gerade zum Themenkomplex posttraumatische Störungen nach einem erlittenen Schlaganfall, ein Seminar für viele Betroffene und Ihre Angehörigen einen sehr hohen Stellenwert hat. Was nützt uns ein besseres Krankheitsverständnis vor dem Hintergrund der sich überschlagenden Ereignisse in Bezug auf Corona.                                                            Ich verband meine Mitteilung der Absagen mit dem eindringlichen Hinweis:

BLEIBT ZU HAUSE und BLEIBT GESUND, denn nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir der immer schnelleren Ausbreitung des Virus Herr werden. Selbstdisziplin und Verantwortung für das große Ganze wurde bereits damals zu Recht von uns allen verlangt, sollte aber auch, gerade für Selbsthilfemacherinnen und -macher, für die Menschen, die sich und anderen durch ihr Engagement helfen, selbstverständlich sein.                Die Aufforderung an unsere Mitglieder endete mit den Sätzen: Ihr seid diejenigen die gestalten. Gestaltet auch jetzt!

 

Einer unserem familiären Umfeld entsprungenen Idee verdanken wir große Unterstützung aus fast allen Teile Deutschlands. Da gab es viele junge Frauen die, verbunden in einer Nähcommunity, selbst erstellten Nasen-Mundschutz nähten. Nach Meldung unseres Bedarfes für sämtliche Verbandsmitglieder wurden wir “überrannt“ von vielen kleinen Päckchen mit liebevoll gebasteltem Mund-Nasen-Schutz. Eine überwältigende spontane Hilfe völlig Fremder für unseren Landesverband. Die “Masken“ schickten wir umgehend an unsere Mitglieder weiter und erhielten durchweg positive Rückmeldungen. Natürlich dankten wir den Spender-innen, die mit ihrem persönlichen Engagement geholfen hatten, die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Der beigefügte Brief endete mit den Sätzen: „ Der beste Schutz ist zurzeit: Bleibt zu Hause und vermeidet unnötige Sozialkontakte! - und weiter: …bleibt bei euch im wahrsten Sinne des Wortes, geht euren Weg, vergesst dabei aber keinesfalls eure Nachbarn. Ein Gespräch am Gartenzaun muss augenblicklich ausreichen und das gemeinsame Grillen ersetzen. Gemeinsam schaffen wir das! Wir sollten Erreichtes nicht leichtfertig aufs Spiel setzen und damit womöglich unser momentan gut funktionierendes Gesundheitssystem überfordern. Unaufgeregtes Handeln ist gerade in schwierigen Zeiten besonders wichtig. Auch sollten wir uns nicht an der Ausgrenzungsdebatte bestimmter Bevölkerungsgruppen beteiligen. Einfache Lösungen gibt es nie, im Rahmen einer Pandemie insbesondere nicht. In diesem Sinne wünsche ich den richtigen Blick für die Lage. Kommt gut durch diese uns alle fordernde Zeit und bewahrt eine große Portion Fröhlichkeit und Optimismus.“

 

Und jetzt, während des Schreibens, erinnere ich einen Satz des Dalai Lama, welchen ich zur Sicherheit noch mal googelte, um ihn wörtlich wiedergeben zu können:  "Die schwierigste Zeit in unserem Leben ist die beste Gelegenheit, innere Stärke zu entwickeln." Da waren wir jetzt. Für ganz viele Menschen in unserer Gesellschaft war es das erste Mal, dass Sie Einschränkungen hinnehmen mussten. 70 Jahre Frieden, relativer Wohlstand, ein fortwährendes Höher, Schneller, Weiter und immer noch ein wenig mehr.

 

Zeit, so habe ich es in den allerersten Zeilen nach meinem Schlaganfall geschrieben, Zeit ist das Einzige, was ich durch den Schlaganfall gewonnen habe. Nun hatten plötzlich und unerwartet viele Menschen mehr Zeit. Hoffentlich nutzen möglichst viele von ihnen diese gewonnene Zeit einmal zum Nachdenken über das eigene Leben, den Umgang damit und ihr Verhältnis zur Gesellschaft. Ich bin davon überzeugt, dass es eine ganze Weile dauert, sich dieser Zeit bewusst zu werden.

 

Wir wissen in der Regel, wie man seinen Lebensunterhalt verdient und sichert, aber viele wissen leider nicht mehr, wie man lebt. Wir sind nicht allein auf dieser Welt und müssen uns immer im Klaren darüber sein, dass wir gesellschaftlich eingebunden sind. Die Gesellschaft funktioniert nicht ohne persönliche Beiträge. Nicht nur in dieser besonderen Situation sondern immer! Alles Gedanken, die ich mir machte, die ich teilweise verschriftlichte und mit denen ich unsere Mitglieder im vier- bis fünf-wöchigen Rhythmus ein wenig aufrütteln wollte. Nach meiner Auffassung wird Niemand dadurch, dass physische Kontakte wegfallen, aus der Gemeinschaft entlassen. Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist nicht kündbar – schon gar nicht von so einem winzigen Virus. Wir alle waren und sind gefordert zusammenzustehen. 

 

Gemeinschaftshandeln ist am Allerwichtigsten und nicht zu ersetzen! Manchmal aber erfordert die Lage sehr schnelle Entscheidungen und in dieser Situation befand ich mich jetzt. Corona stellte eine unmittelbare Bedrohung dar, gerade für unsere Klientel. Mitte April sollte in der Jugendherberge Magdeburg ein Mehrtagesseminar zum Thema PSD stattfinden. Im Rahmen dieses Seminars wollten wir die Veränderungen im Alltagsleben herausstellen, anschließend gemeinsam Lösungsmöglichkeiten erarbeiten und darüber diskutieren. Das angebotene Programm sollte helfen, bislang unbeantwortete Fragen, z.B. aufgrund der Erkrankung erworbener Depressionen  oder auch erworbener Angstzustände, adäquat beantwortet zu bekommen.  Zusätzlich wollten wir dazu anregen, sich selbst mehr zuzutrauen und auch anderen gegenüber wieder zu vertrauen. Eine Übung, die bei erfolgreicher Absolvierung durch die teilnehmenden Personen mehr Eigenständigkeit trotz erworbener Einschränkung zum Ziel hatte. Meiner Verantwortung für unsere angemeldeten Teilnehmer und Referenten gerecht werdend, sagte ich unmittelbar sämtliche aktuellen SLN-Termine ab und informierte auch die JH Magdeburg.

 

Wir redeten über unser abgesagtes Seminar und in Bergamo starben die Menschen. Plötzlich war die Bedrohung nicht mehr weit entfernt, sondern direkt vor unserer Haustür. Besser, sie war bereits angekommen, am Sonntag, dem 08. März wurde bekannt, dass der erste Deutsche an dieser bedrohlichen Lungenkrankheit verstorben ist.

 

Absagen und Verschiebungen bestimmen die Agenda

An den Folgetagen erreichten mich weitere Absagen verantwortungs-bewusster Veranstalter. Ein Austauschtreffen in Hamburg und ein weiteres während der Würzburger Aphasietage mit dem Bayrischen Landesverband wurden gestrichen. Bereits bezahlte Gebühren umgehend zurückerstattet. Hotelaufenthalte kostenfrei storniert. Zu dieser Zeit rechneten wir noch mit der Durchführung des Treffens in München und planten einen Ausweich-termin im Juli. Niemand von uns konnte erahnen, wie lange dieses Virus unser Leben entscheidend beeinflussen würde.

 

Der Berliner Virologe Christian Drosten, ja, er war einer dieser Warner und gut auch, dass die Politik diese Warnungen, angesichts immer weiterer Verbreitung von Covid-19, ernst nahm und in Handeln umsetzte. Sicherlich sind Kontaktbeschränkungen unschöne Mittel, aber sie waren und sind ein Baustein der unkontrollierten Verbreitung Herr zu werden.

 

Unsere erwachsenen Kinder gründeten einen Einkaufsdienst, - DANKE DAFÜR - damit wir, als Angehörige der Risikogruppen, nicht „raus müssen“. Unser aller Geburtstage im März und April feierten wir ausschließlich im eigenen Hausstand und die Einkäufe wurden für eine lange Zeit vor der Eingangstür abgestellt. Wir sind in ein gut funktionierendes und weit gespanntes soziales Netzwerk eingebunden, aber wie geht es oder wie ergeht es eigentlich den Menschen, die ohne direkte Angehörige und nette Nachbarn ihr Leben meistern müssen? Da ist die Versorgung mit Toilettenpapier und Grundnahrungsmitteln das kleinste Problem. Die Nähe fehlt, die Nähe zu Anderen, der Austausch: Sollte nicht gerade jetzt unser Seminar zu Depression nach Schlaganfall stattfinden? Es könnte ins fast Unermessliche erweitert werden. Aber wer geht auf die Straße und demonstriert? Nicht etwa die am stärksten Betroffenen, nein, es sind i.d.R. Menschen, die sich hinter ihren selbstgestrickten einfachen Lösungen verstecken und selbst gar kein Gesicht haben.                                       Ja, die Kontaktbeschränkungen wurden gerade bis zum 19. April verlängert, aber ganz viele der in den Printmedien viel Raum belegenden „Freiheitsliebenden“, die die sich darüber aufregen, ihre Angehörigen im Pflegeheim nicht besuchen zu können, sind genau dieselben, die sonst kaum dort auftauchen. Der größte Teil der älteren Bevölkerung akzeptiert die getroffenen, und jetzt nutzte ich das erste Mal den Begriff, lebensrettenden Maßnahmen. Wieso eigentlich? Grund ist, sie legen ein Verhalten an den Tag, was ihnen von Vielen nicht zugetraut wurde. Sie kommen auch besser als erwartet mit der Isolation durch Social Distancing zurecht. Ohne das Wort in vielen Fällen deuten zu können, sind sie es: Sie verhalten sich resilient! Sie greifen auf Ressourcen und Erinnerungen zurück, haben schon vielfach schwierige Situationen kennengelernt oder kennenlernen müssen und haben dabei situative Strategien entwickelt mit ihnen umzugehen. Die neuen Anforderungen sind für sie somit nicht völlig unbekannt, nur der Auslöser ist ein anderer, dieses eklig kleine Virus namens Covid-19. Das vorgenannte ist keineswegs als Allgemeinschelte zu verstehen, aber es ist aus meiner Sicht durchaus geeignet, Manchem einen Spiegel vorzuhalten, damit das eigene Verhalten in einer Krisensituation vielleicht noch einmal überdacht wird.

 

Wir schaffen das,                                                          auch wenn wir dabei Veränderungen erleben                    Irgendwann werden wir in gemeinschaftlicher Anstrengung diese Pandemie in den Griff bekommen haben, aber wir sollten uns nicht zurücklehnen und wieder in den „alten Trott verfallen“, dass um uns herum schon irgendwie alles geregelt wird. Wir alle sind gefordert uns permanent einzubringen. Die Macherinnen und Macher der Selbsthilfe kennen dass, denn ohne ihr aller Mittun wären die Gruppen nicht lebensfähig oder zumindest nicht das, was sie heute darstellen, eine unersetzliche  Ergänzung unseres Gesundheits-wesens. Das muss auch zukünftig so bleiben und dazu möchte ich alle Leser ermutigen. Eine zusammenstehende Gemeinschaft wirkt für und mit jedem Einzelnen. Gerade in schwierigen Zeiten. Vergesst nicht eure Freunde, eure Familie, eure Nachbarn und, und, und. Eben, vergesst nicht die Gesellschaft, in welche ihr eingebunden seid und mit und in welcher ihr lebt. Unsere Gesellschaft funktioniert nicht ohne deinen persönlichen Beitrag. Du bist wichtig! Bedenke wie du von der Gesellschaft profitierst. Nicht nur jetzt, sondern immer! Schon zu Ostern schrieb ich vom richtigen Blick für die Lage. Und weiter: „Kommt gut durch diese uns alle fordernde Zeit … bewahrt euch eine große Portion Fröhlichkeit und euren Optimismus …. helft euch selbst und anderen. … geht einen Weg der euch zufrieden-stellt, mit dem ihr gut leben könnt und vergesst nicht euren Nachbarn.“ Das tat ich, weil es nur wenige bis gar keine Gelegenheit zu öffentlichen Veranstaltungen gab. Wir Menschen identifizieren uns leichter mit einer getroffenen Maßnahme, wenn wir uns klarmachen, dass sie uns nützt (Pflicht zum Tragen eines geeigneten Mund-Nasen-Schutzes) und insbe-sondere dann, wenn wir an der getroffenen Entscheidung beteiligt sind. Das seid ihr übrigens alle! Wir alle gemeinsam haben in unserem Staat die Möglichkeit zu wählen oder aber auch uns wählen zu lassen. 

 

Das nennt man dann übrigens Demokratie, das ist gelebte Freiheit!

Wir leben darin und schränken mit dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in keiner Weise unsere Bürgerrechte ein! Die steigenden Infektionszahlen zwingen zum Gegensteuern, um die Corona-Pandemie erfolgreich zurück-zudrängen.  Die vereinbarten befristeten bundeseinheitlichen Regelungen bieten eine Chance, dass das gelingen kann.


Unsere gut funktionierende Zivilgesellschaft                            Wir alle leben in einer Gemeinschaft zusammen, in der jede und jeder Einzelne, seine individuellen Fähigkeiten einbringt, eingebracht hat und einbringen wird. Wir profitieren voneinander! Wir leben miteinander! Somit sollte es auch Allen klar sein, das wir in Krisensituationen nur gemeinsam gegensteuern können, um die Infektionszahlen unter Kontrolle zu bekommen, damit unser Gesundheitssystem nicht kollabiert und Erkrankte erfolgreich versorgen kann. Zusammenhalt ist unabdingbar! Unser Gesundheitssystem hat sicherlich an einigen Stellen Verbesserungsbedarf. Im Augenblick ist es aber nicht das System, welches sich im Wesentlichen anpassen muss. Wir sind es, wir die Bevölkerung haben es in der Hand die Virusausbreitung zu begrenzen. Gegenseitige Rücksichtnahme hilft immer, nicht nur in dieser Situation! Bitte halten Sie sich alle an die zeitlich begrenzten Einschränkungen. Sie, und das ist das Besondere in einer freiheitlichen Gesellschaft, haben es in der Hand vielleicht noch etwas mehr zu tun, als die gerade geltenden Vorgaben zu erfüllen. Verzichten Sie auf Verzichtbares. Freundliche Kommunikation funktioniert auch mit Mund-Nasen-Schutz oder bei der Nutzung elektronischer Medien. Soziale Kontakte entfallen in der augenblicklichen Situation nicht zwangsläufig, sie haben sich nur verändert. Wir alle haben unsere Eigenheiten. Was uns verbindet ist die gleiche Betroffenheit. Arbeiten wir also gemeinsam an Lösungen. Dazu gehört, dass wir auf unsere liebgewonnene Spontanität, auf unsere unbegrenzten Reisemöglichkeiten, auf unsere geliebten Restaurantbesuche und auch auf unsere Gruppentreffen augenblicklich verzichten. Wir alle möchten nicht auf Dauer Verzicht üben! Genau aus diesem Grund ist es wichtig sich jetzt solidarisch zu zeigen, die Hygiene-Regeln und das Abstandsgebot zu beachten und weitestgehend auf physische Kontakte zu verzichten. So schützen wir nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Nachbarn.

 

Empathie und Hilfsbereitschaft                                                    Jede gut funktionierende Zivilgesellschaft lebt davon, dass sich die Beteiligten und somit i.d.R. alle an gewisse Vorgaben halten und sich vertrauen. Wir vertrauen unserem Gegenüber, wenn wir Verabredungen treffen oder Verträge schließen. Leider ist das nicht immer so. Dazu eine kleine unschöne Geschichte. Meine Fürsorgepflicht gegenüber unseren Teilnehmern und Referenten ließ mir keine andere Wahl als umgehend zu reagieren und unser geplantes Seminar in der Jugendherberge (JH) Magdeburg so frühzeitig wie möglich, bereits Mitte März abzusagen. Die JH reagierte und sandte dem SLN eine Ausfallrechnung i. H. von 2.388,00€ zu. Nachfolgend Ausschnitte aus dem geführten Schriftverkehr:  Stornierung eines DJH Aufenthaltes …: … in meiner Funktion als Vorsitzender des Schlaganfall Landesverbandes Niedersachsen e.V. teile ich Ihnen mit, dass ich das Gebaren der Jugendherberge Magdeburg, meinem gemeinnützigen Verband eine Ausfallrechnung zuzusenden, nicht nachvollziehen kann. Allerorten geforderte Solidarität kann ich bei diesem/Ihrem Gebaren nicht erkennen. … Hauptverband der Jugendherbergen und auch der LV Sachsen-Anhalt waren Adressat meiner Stornierung, reagierten aber unverständ-licher Weise darauf überhaupt nicht. Der SLN wird selbstverständlich seiner sozialen Verantwortung gerecht und setzt bis Ende April alle öffentlichen Veranstaltungen zur Eindämmung der Verbreitung des Corona Virus aus. Wir haben uns nach gewissenhafter Abwägung zu diesem Schritt entschieden, um das Risiko von Infektionen, gerade auch bei chronisch Erkrankten, zu minimieren. … Was dann folgte war aus meiner Sicht an Unverschämtheit nicht mehr zu überbieten. Man ignorierte sämtliche Schreiben, was mich bewog noch einmal wie folgt nachzuhaken: „... teile ich Ihnen mit, dass ich, nach Ablauf der von mir mit Schreiben vom 13.03.2020 gesetzten Frist, erwäge rechtliche Schritte gegen den Landesverband Sachsen-Anhalt des Deutschen Jugendherbergswerkes einzuleiten. Ihre Nichtbeantwortung meines o.g. und zu Ihrer Erinnerung als Anlage nochmals beigefügten Schreibens, werte ich als in besonderem Maße ignorant. Es entsteht bei mir der Eindruck, dass sich die DJH Magdeburg/Ihr Verband an öffentlichen Mitteln nach SBG V (Sozialgesetzbuch Fünftes Buch - Gesetzliche Krankenversicherung - (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477) § 20h, Förderung der Selbsthilfe) ungerechtfertigt durch Unterlassen (verwaltungsseitige Nichtbeachtung meines o.g. Schreibens) zu bereichern versucht. Dieses Gebaren ist insbesondere auch vor dem Hintergrund der zwischenzeitlich vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt (Allgemeinverfügung zur Schließung von Beherbergungsstätten in Sachsen-Anhalt und dem Verbot touristischer Reisen in das Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt ab Freitag den 20. März 2020 bis zum Ablauf des 19. April 2020) völlig inakzeptabel. Hiernach sind alle Jugendherbergen des Deutschen Jugendherbergswerkes Landesverband Sachsen-Anhalt vorerst bis einschließlich 19.04.2020 geschlossen. Eine Anreise zum von uns gewünschten Zeitpunkt, dem 18.04.2020, ist uns somit unmöglich, da verboten. Dennoch eine Ausfallrechnung zu stellen bezeichne ich als überaus unsolidarisches Verhalten Ihrerseits während einer global verlaufenden Pandemie.“ 

                                      

Weitere Veranstaltungen mussten abgesagt werden und bei keinem der Hotels gab es Schwierigkeiten mit den Stornierungen. Alle erfolgten kostenfrei. Ein positives Beispiel für solidarisches Verhalten in einer Krisensituation.  

Der Hannoversche Selbsthilfetag wurde als Präsenzveranstaltung abgesagt und als virtueller Selbsthilfetag durchgeführt. Ein Versuch persönliche Begegnungen und Austausche ein Stück weit durch die Nutzung elektro-nischer Medien zu ersetzen.

Ich, als Vertreter herkömmlicher Selbsthilfearbeit, der ich in unserem Verband größtenteils Menschen vertrete, die während ihrer beruflichen Tätigkeit keine Berührung mit elektronischen Medien hatten, geschweige denn sich irgendetwas unter Selbsthilfe 2.0 vorstellen können, bin davon überzeugt, dass Selbsthilfearbeit ohne persönliche Begegnungen unmöglich wird. Bei ausschließlicher Nutzung eines virtuellen Angebotes steht an erster Stelle sich unverbindlich und leider oftmals auch unqualifiziert einzu-bringen und den Chatroom genauso schnell wieder zu verlassen, wie man eingetreten ist.                                                                                        Da steht dann Selbsthilfe im Netz vor denselben Problemen wie andere Internetforen und social media wird schnell zu einem unsozialen Netzwerk. Menschen die sich für die Inanspruchnahme von Selbsthilfe bzw. für die Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe entschieden haben suchen Hilfe und Unterstützung. Wenn man sich das bewusst macht, kann man nicht ernsthaft die Selbsthilfe im Netz präferieren, wie es in vielen Studien geschieht. Der Umgang mit Krankheiten und den damit in Zusammenhang stehenden Befindlichkeiten ist sehr individuell. Innerhalb der Selbsthilfe-gruppen die physische Treffen anbieten wird genau dieser Unterschiedlich-keit Rechnung getragen. Im Netz ist jeder Hilfesuchende der Gefahr ausgesetzt, sich Betrachtungsweisen anzuschließen, die seiner Entwicklung abträglich oder zumindest nicht zuträglich sind. Die Differenzierung ge-machter Aussagen aufgrund der Gestik, welche uns das von Angesicht zu Angesicht geführte Gespräch bietet, fehlt schlichtweg. Innerhalb der Selbsthilfegruppen hat Verschwiegenheit einen hohen Stellenwert! Wo gibt es die im Netz? Anonymität gibt es, aber die eben auch mit all den ihr eigenen Gefahren. Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass Jeder schreiben kann, was er will, ohne Konsequenzen zu befürchten. Das reale Leben findet für Jedermann weiterhin statt. Im Netz wird das eigene Leben vielfach ausgebreitet und wird so erlebbar für eine große Anzahl Menschen. Will Selbsthilfe das?

 

Social Media ist kein Zufluchtsort!  

Es ist allenfalls eine Ergänzung des realen Lebens.

Unbestritten verändern soziale Netzwerke die Gesellschaft mit all ihren Vor- aber eben auch ihren Nachteilen. Ein Leben ohne sie ist schon seit vielen Jahren undenkbar. Das Vernetzen und die Kommunikation mit anderen Menschen ist einfacher und die Infor-mationsbeschaffung entschieden schneller geworden. Teilen von Ideen kann die eigene Kreativität anregen, aber bleibt, wenn wir immer mehr Zeit im Netz verbringen, noch Raum sie auszuleben? Aufmerksamkeit erregt man nicht nur, wenn man spekta-kuläre Beiträge postet oder in den Netzwerken teilt.

 

Im Bereich der Forschung ist Zusammenarbeit schon immer sehr wichtig. Sie war es lange vor 1989, der Einführung des World Wide Web, schon seit Ende 1969. Bereits damals wurde eine Vernetzung der Großrechner von Forschungseinrichtungen genutzt. Heute ist es nur eben fast jedermann möglich schneller Informationen einzufordern oder zu verbreiten, als damals den angeschlossenen Universitäten. Ein unbestrittener Fortschritt, aber auch er folgt dem, aus meiner Sicht, unsäglichen schneller, höher, weiter, denn genau wie wir viele Vorteile abgreifen, werden auch viel zu schnell sog. Fake-News (ja, auch ich lasse mich verführen dieses Wort zu nutzen, erkläre es aber auch gleich. Es handelt sich ganz einfach um Falschdarstellungen oder Lügenmärchen) verbreitet und oftmals sicherlich auch aus Unwissen oder Unachtsamkeit verbreitet. Noch nie verbreiteten sich Falschinformationen so schnell wie heute. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Nachteil sozialer Netzwerke ist, dass sie Sucht auslösen können, aber auch Minderwertigkeitsgefühle, da jede und jeder nur seine beste Seite postet. Die Anzahl derer, die dann danach ohne Erfolg streben und in der Folge Depressionen entwickeln, war noch niemals so hoch wie heute. Manche Menschen fühlen sich schlussendlich noch weiter isoliert als sie es vorher waren. Auch den oftmals ganz oben angesiedelten Daten-schutz möchte ich noch erwähnen. Nur ein geringer Teil der Milliarden Nutzer achtet darauf. Wenn das nun mal keine Relevanz im Rahmen von Selbsthilfearbeit hat, dann habe ich wohl einiges an Entwicklung im Bereich Selbsthilfe verpasst. Ich bin fest davon überzeugt hier eine fundierte Mehr-heitsmeinung zu vertreten und lade gern alle Skeptiker meiner Betrach-tungsweise ein über dieses Thema zu diskutieren. Unstrittig sollte aber die Erkenntnis sein, dass Social Media neben zahlreichen Vorteilen auch viele Nachteile hat. Das Internet eignet sich gut für schnelle Infos, was mir in Bezug auf Selbsthilfe fehlt, ist die Nachhaltigkeit.

 

Unsere Corona-Hilfe oder wie wir den Laden am Laufen halten                                                                                               In dieser Zeit der ausgefallenen Gruppentreffen und somit der fehlenden persönlichen Kontakte war es mir wichtig den direkten Draht zu unseren Mitgliedern zu halten und zu intensivieren. So schrieb ich alle Mitglieder kontinuierlich an. Regelmäßig und meist nicht per E-Mail, sondern per Briefpost. Ein Aufwand der sich auszahlte, wie sich im Laufe des Jahres zeigen sollte. Mal verband ich die Schreiben mit der Verteilung unse-res dreimal jährlich erscheinenden Mitgliederinfos, mal nutze ich einen anstehenden Feiertag, mal die Gelegenheit auf ein Seminar hinzuweisen und manchmal schrieb ich ohne besonderen Grund, einfach nur um den jeweils hinter dem Adressaten stehen-den Menschen in dieser ungewohnten Situation “nicht zu verlieren“. In den Briefen beschrieb ich immer wieder die Situation u.a. so: „… sagen auch die neuesten Umfra-gen, dass die allermeisten von uns gegen eine zu schnelle Freigabe der noch immer (ich meine zu Recht) existierenden Beschränkungen sind, jedoch berichten die meinungs-bildenden Medien gern über Menschen-aufläufe (sogen. Demonstrationen) die sich für eine schnelle Rückkehr zur Normalität aussprechen. Natürlich lassen sich Informationen mit Bildern aufgebrachter Mengen besser transportieren als das Foto eines Zukunftsforschers oder eines Virologen neben einem sachlichen Corona-Bericht. Wo schaut Jeder zuerst hin, dorthin wo viele Menschen auf dem Bild sind und wenn es dann auch noch einen regionalen Bezug zum Geschehen gibt, dann liest man besonders gern weiter. Hier wird Macht ausgeübt – Medienmacht! Medien sind eine unbedingt nötige Stütze der Demokratie - solange sie denn ausgewogen berichten!

Lasst euch bitte nicht anstecken von der Koalition der potenziellen Krawallmacher, der Impfverweigerer, der ewig Gestrigen, der angeblich so Besorgten, der Verschwörungs-theoretiker und den permanenten Besserwissern.  Ja, es demonstrieren Hunderte, ja, aber wir sind Millionen. Und dann sind da immer noch die aus der rechten Szene, zu erkennen an einschlägigen T-Shirts, die auch gern teilnehmen, einzig um Stimmung zu machen. Diese Mischung fordert dann die sofortige Wiederherstellung sämtlicher Grundrechte. Bitte, bitte ihr “Demonstranten“ mit wem schreitet ihr da Seit an Seit. Seid ihr euch dessen eigentlich bewusst? Auch Eltern mit Kindern und besorgte Bürger sind dabei, aber haben auch diese die Bilder aus Bergamo vergessen oder glauben auch sie, dass Covid-19 eine Erfindung der Medien ist?                                                                      In Altersheimen würden Menschen an Einsamkeit sterben, so sagen sie, fragt doch mal nach, wie häufig genau diese Menschen ihre Angehörigen  im Heim besuchen.                                                                                  Die prognostizierten hohen Todeszahlen gibt es hier bei uns  ja gar nicht, heißt es dann oftmals weiter. Ja, das ist so; könnt ihr dann nur antworten. Es gibt sie bei uns nicht, weil wir besonnen gehandelt haben und die große Mehrheit weitestgehend Verständnis für einschränkende Maßnahmen gezeigt hat und aktuell auch noch immer zeigt. Das nennt man übrigens Solidarität. Ein Begriff, die Beschreibung einer Form des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft, den viele Menschen in unserer Zeit schon aus ihrem Wortschatz gestrichen hatten. Ich bin stolz darauf, dass eine überwältigen-de Mehrheit das >Gemeinsam schaffen wir das< wiederentdeckt hat.      Ihr alle im Bereich der Selbsthilfe Aktiven oder ihr freundschaftlich Zugewandten kennt es aus eigener Erfahrung und der Gruppenarbeit: Zuallererst muss ein Betroffener sich eingestehen, dass er erkrankt ist, erst dann kann er erfolgreich an der Bewältigung der Krankheitsfolgen arbeiten. Verweigere ich diese Anerkennung werde ich nur sehr schlecht mit den Folgen leben können. Selbsthilfe zeigt genau an dieser Stelle Wege auf,  nur gehen muss sie jeder Mensch selbst. Mit der euch in diesem Brief zugestellten Mitgliederinformation wollen wir wie immer aktuelle Themen aufgreifen und gleichzeitig Menschen zu Wort kommen lassen. Ihr findet Berichte über Personen, die es geschafft haben, die ihr Leben trotz Erkrankung oder auch gerade aufgrund der Erkrankung so leben, wie sie es leben und beschreiben. Bestimmt nicht glücklich darüber betroffen zu sein, aber auch keinesfalls verbittert und trübsinnig deswegen. Das Geschehene anzunehmen, an der Verbesserung  oder zumindest der Beibehaltung des wieder erreichten Zustandes zu arbeiten ist eine Lebensaufgabe. … Ihr erfahrt aus unseren Heften von anderen Personen Dinge, die ihr bestimmt noch nicht kanntet. Gemeinsam gestalten wir Gemeinschaftserleben! Gemeinschaftsleben durch Interessenteilung….Covid-19 ist eine Herausforderung für alle und jeden. Wir stellen uns ihr und antworten mit tollen Ideen und Texten. Zum Abschluss dieses Anschreibens möchte ich noch eines mit auf den Weg geben: Großes Geschrei ist nicht wichtig (wer schreit hat niemals recht!), denkt lieber einmal an ein nettes Wort (das geht auch trotz Mund-Nasen-Schutz), ein freundliches Moin oder Guten Tag auf der Straße und an ein nettes Lächeln.“

Viel Arbeit macht im späten Frühjahr auch die telefonische Beratung, da unser Büro immer noch geschlossen ist. Außerdem sind Hygienekonzepte für nachfolgende Veranstaltungen zu erarbeiten und mit den Einrichtungs-betreibern abzustimmen. Wir als Veranstalter, sind nicht nur der Gesund-heit der Teilnehmenden sondern auch uns selbst gegenüber verpflichtet.  Da wir keine oder nur unzureichende Erfahrung damit haben, führen diese Arbeiten zu enormen Zusatzbelastungen und erhöhen so auch die Kosten von Einzelmaßnahmen.

Auch die größte Verbrauchermesse im Elbe-Weser Dreieck, die  Publica, wird abgesagt.

Wir lassen Niemand im Regen steh’n, auch wenn das Wasser schon bis zu    den Knien reicht.                                                           Foto Ullrich Weber                 

Ein Lichtblick!

An drei Tagen im Juni fand der dritte Teil unseres Mobilitätsseminars in der HVHS Bredbeck (Heimvolkshochschule) und gleichzeitig unsere erste größere Aktivität nach langer Corona-Pause statt. Unter Einhaltung besonderer Hygienemaßnahmen konnten wir das Seminar durchführen.

Skepsis zu Seminarbeginn

Unsicherheit war vorhanden, aber von allen Teilnehmenden wurden die erarbeiteten Hygienekonzepte der Heimvolkshochschule und des SLN strikt befolgt.

 

In allen Räumen und in allen Seminaren musste, solange man sich bewegte, eine geeignete Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Zahlreiche Möglichkeiten zur Händedesinfektion standen zur Verfügung und Abstandsmarkierungen halfen dabei den Sicherheitsabstand jederzeit einzuhalten.

Die Küche hatte ihr sehr schmackhaftes Essen von Selbstbedienungs-Buffet auf Essensausgabe umgestellt. Diese Regelung funktionierte sehr gut und wurde von nettem Personal umgesetzt. Das gesamte HVHS-Personal, welches immer, unter der Mund-Nasen-Bedeckung freundlich lächelnd, unterstützend zur Verfügung stand, verdiente sich ein Sonderlob. Die Freude war bei vielen Teilnehmenden groß, als es hieß, das Mobilitäts-seminar fände statt. Vorbehalte gab es natürlich auch, Bedenkenträger,  wie auch ich, wogen Vor- und mögliche Nachteile sorgfältig ab und waren am Ende der drei Tage erfreut, dass wir alle gemeinsam ein tolles und informatives Seminar nach einer längeren erzwungenen und zu Recht eingelegten Pause erleben durften. Hinweise meinerseits wie: „…bedenkt bitte die latente Gefahr durch das Virus und sorgt für euch und andere vor. Beachtet strikt alle Hygienemaßnahmen, haltet Abstand und verzichtet auf körperliche Nähe. …“ wurden durchweg von allen Teilnehmenden und Referenten beachtet. Die Arbeit in Kleingruppen zur Einhaltung des Sicherheitsabstands und die dreiviertel-stündlichen Pausen sorgten dafür, dass wir eine neue, ich möchte es eine entschleunigte Seminarkultur nennen, erlebten.

 

Die Vermittlung themenrelevanter Inhalte, viele Gespräche, Diskussions-beiträge und eine Vielzahl sehr interessanter Beiträge externer Referenten trugen dazu bei, alle Teilnehmenden “abzuholen und mitzunehmen“.        Alle haben mitgeholfen ein stimmiges Konzept geschickt umzusetzen und Informationen zu transportieren, ohne dabei die besonders herausfordern-de Situation durch Corona aus dem Blickfeld zu verlieren.

Die Ergebnisse der Abschlussrunde bezüglich der Durchführung eines Seminars ange-sichts der Corona-Pandemie fasse ich durch zitieren einiger Wortbeiträge zusammen: „ … ich hatte Bedenken und bin jetzt vom guten Ablauf überrascht.“ „ … besonders gefallen hat mir die Konsequenz mit der die Einschränkungen von den Referenten durchgesetzt wurden."                „ … ich hatte vorher große Bedenken, doch jetzt weiß ich, Leben kann wieder beginnen.“

Wie wir heute wissen, bedeutete dieses “Zwischenhoch“ leider nicht das Ende der Beschränkungen, aber wir haben es erreicht zu vermitteln, dass Gemeinschaftserleben eben doch etwas anderes darstellt, als es ein Brief oder eine E-Mail mit noch so nettem Text jemals sein kann.

 

Weiterhin hielt ich es für wichtig auch speziell unsere Gruppenleiter zu animieren, die immer und überall nur abgewiesen wurden, wenn sie sich denn überhaupt noch trauten bezüglich der Möglichkeiten für Gruppentreffen nachzufragen. Dazu ein Auszug aus einem Anschreiben Ende Juli: „…auch noch heute beeinflusst das Corona Virus unser Leben und insbesondere auch das Leben und Erleben innerhalb unserer Selbsthilfegruppen. Aus unserer jahrelangen Arbeit in der Selbsthilfe wissen wir, dass es keinen Sinn macht, Ereignisse zu verdrängen. So stellen wir uns gemeinschaftlich auch dieser neuen Herausforderung. Gerade großen Gruppen ist es augenblicklich vielerorts fast unmöglich zusammen zu kommen, da die fortbestehenden Abstands-regeln aufgrund zu geringer Raumgröße (pro Person sollen 10m² zur Verfügung stehen!) nicht eingehalten werden können.

Dennoch haben manche Gruppenleiter nachahmenswerte Lösungen gefunden. … Das Ausweichen in große Räume ist natürlich auch eine Möglichkeit sich mal wieder in großer Runde zu treffen. Zumeist ist diese Variante aber mit hohen Kosten verbunden und allein deshalb auf Dauer eher ungeeignet. …Nun lebt unsere Selbsthilfearbeit aber im Wesentlichen von der Zusammenkunft, vom Austausch untereinander und insbesondere vom gegenseitigen Lernen. …Der Zusammenhalt in Zeiten geforderter Vereinzelung, verhindert immer noch vieles von dem, was uns während aller Treffen immer besonders wichtig ist:                                          Gemeinschaft durch Gemeinschaftserleben!

Lasst euch aber keinesfalls entmutigen und haltet eure Gruppen beisammen, auch wenn evtl. räumlich getrennt. Covid-19 hat die Welt um uns herum verändert, aber in direkter Folge nicht uns und unsere Ideen. An der einen oder anderen Stelle werden wir uns mit der veränderten Situation beschäftigen und auseinander setzen müssen.                            … Selbstdisziplin und Verantwortung wird zu Recht von uns allen verlangt, ist aber sowieso für Selbsthilfemacherinnen und -macher, für die Menschen die sich und anderen durch ihr Engagement helfen, selbstverständlich!        Ihr seid diejenigen die gestalten. Gestaltet auch jetzt! Seid gespannt auf das Kommende, neugierig und vorausschauend. Fassungslosigkeit und Angst angesichts einer Krise stärken uns und regen dazu an mit Routinen zu brechen, dem Gewohnten zu entfliehen und neu zu denken. Denken,  dass alles ganz anders sein könnte – auch besser. Körperliche Distanz zu wahren bedeutet für uns nicht den Verlust besonderer Verbundenheit. Wir sind gefordert ein Stück weit anders zu denken, unsere Erfahrungen einzubringen und werden dadurch zukunftsfähig. Lasst uns gemeinsam Wege finden, die uns auf einer neuen Ebene verbinden. … 

 

Ende Juli sollte das vom März auf diesen Monat verschobene Austausch-treffen mit dem Bayrischen Landesverband stattfinden. Aufgrund unge-wöhnlich hoher Infektionszahlen in München entfiel auch dieses.                Auch unsere geplante Vorstandssitzung in Burgdorf musste aufgrund des geschlossenen Büros als Präsenzveranstaltung abgesagt und telefonisch durchgeführt werden.

 

Mitte August durfte ein Seminar im Bad Lauterberg stattfinden. Thema Kraftquellen – ein Seminar welches lange vor Corona Zeiten geplant wurde und plötzlich einen ganz anderen Stellenwert bekommen hatte. Ein weiteres Zweitagesseminar der Gruppen Einschlag aus Osterholz-Scharmbeck und Bremervörde in der Bildungsstätte Krammelheide folgte, ebenfalls unter Einhaltung aller Maßgaben der Niedersächsischen Corona Verordnung.                                                                                            Ende August dürfen wir unser Büro in Burgdorf immer noch nicht nutzten. Die Region Hannover hat aber ein Hygienekonzept erarbeitet, was uns ermöglicht zukünftig wieder persönlich vor Ort Einzelpersonen beraten zu können.  

Leider musste der 28. Burgdorfer Selbsthilfetag Ende August ebenfalls verschoben werden, da die veranstaltende Selbsthilfegemeinschaft sich Ihrer Verantwortung bewusst war und Beratungsgespräche mit Mund-Nasen-Bedeckungen schlichtweg unmöglich erschienen.

 

Das Thema Resilienz und vor Allem der eigene Umgang damit erschien mir immer wichtiger zu werden, je länger die Einschränkungen anhielten. Genau hierzu trug ich im Heideschlösschen in Nienburg für unsere Mitgliedsgruppen Walsrode und Nienburg vor. Etwa dreißig Personen verfolgten sehr interessiert den Vortrag.

 

Es war eine Zeit relativer Entspannung. Unter Einhaltung des nötigen Abstands konnten nun wieder Vorstandssitzungen stattfinden. Der Raum-bedarf ist natürlich groß, denn 10m² je Teilnehmer zur Verfügung zu stellen ist schwierig. Als Alternative blieben uns nur große Gasträume, wie eben auch in Bruchhausen-Vilsen, die wir gern nutzten. Wir mussten auch zwingend wieder mal zusammenkommen, da die Jahresplanung 2021 auf dem Programm stand und derartige, komplexe Absprachen nur sehr schwer am Telefon zu treffen sind.

 

Wie das Stadtfest Walsrode, auf welchem wir gemeinsam mit der Kontakt-stelle einen Infostand betreiben wollten, wurde auch die HanseLife in Bremen aufgrund von Corona abgesagt. All diese Absagen sind vor dem Hintergrund der Eindämmung der Virusverbreitung sinnvoll, hindern uns jedoch auch daran unsere sehr wichtige Präventionsarbeit voranzutreiben.

Einen Schlaganfall erleiden in Deutschland im Jahr ungefähr 270.000 Menschen. Etwa 1/3 von ihnen versterben innerhalb des ersten Jahres. Außerdem leiden sehr viele Menschen nach einem erlittenen Schlaganfall unter lebenslangen Behinderungen. Auch diese Zahlen darf man nicht vernachlässigen, stehen hinter diesen reinen Zahlen auch immer die Menschen, Betroffene ebenso, wie das stark in Mitleidenschaft gezogene Umfeld.

Gegen Ende September sollte die RehaCare, die weltweit größte Messe für Rehabilitation und Pflege in Düsseldorf stattfinden. Unser angemeldeter Stand auf dem Messegelände entfiel. An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an alle Hoteliers, die uns durchweg ohne großartige Probleme kostenfrei die Buchungen stornieren ließen.                                              Auch die JHV Magdeburg erstattete letztendlich, nach endlosem Schrift-wechsel, den vollen Vorauszahlungsbetrag und nahm die Ausfallrechnung zurück.

 

Ende September läuft dann auch wieder der Bürobetrieb, welcher aufgrund weiter steigender verwaltungstechnischer Anforderungen an Selbsthilfeverbände immer weiter zunimmt und uns Ehrenamtliche stark belastet. Im Oktober findet dann der erste virtuelle Hannoversche Selbsthilfetag statt. Ein gut gemeinter Versuch ein zusätzliches Angebot im Netz zu präsentieren. Für meinen Landesverband gab es in dieser Zeit leider keine erhöhten Zugriffszahlen auf unsere Website www.schlaganfall-niedersachsen.de, was sehr zu bedauern ist.

 

Vom 19. bis 21. Oktober fand in Bad Bevensen eine Veranstaltung des erweiterten SLN-Vorstands statt. Wir beschäftigten uns, im Rahmen eines Projektes i.W. mit der Einbindung  junger Menschen in die Selbsthilfearbeit. Ein erstes Ergebnis liegt in Form von erstellten Postkarten vor, die, verteilt z.B. in Kneipen,  junge Menschen  ansprechen und sie auf das Angebot der Selbsthilfe „spielerisch“ hinweisen sollen. Natürlich gibt es auch kurze weiterführende Erläuterungen auf der jeweiligen Kartenrückseite. Insgesamt eine gute Zeit mit interessanten Wortbeiträgen, der sporadischen Beteiligung einer Selbsthilfegruppe aus Schleswig-Holstein, vielen Ideen aus den beiden Brainstorming-Runden und viel Potential, was sich weiterzudenken lohnt. Gegen Ende des Monats konnte dann, weiterhin unter strengen Hygieneauflagen der „normale“ Bürobetrieb durchgeführt werden. Leider erscheinen zwei im Vorhinein angemeldete Personen nicht zu dem verabredeten Termin, sodass dem Vorsitzenden Zeit bleibt, die neue Mitarbeiterin des SLN an ihre zukünftigen Arbeiten heranzufüh-ren. Sie wurde eingestellt, um die immer weiter ausufernden  Verwaltungsaufgaben zu übernehmen und für die Mitgliedsgruppen unterstützend im Schlaganfall-Büro- Niedersachsen tätig zu sein.

 

Teil-Lockdown ab 2. November

Am 29.Oktober teilte ich die Entscheidung des geschäftsführenden Vorstands, unsere Jahreshauptversammlung,  geplant für den 21. November, auf den 06. Dezember 2020 zu verschieben und diese dann ohne persönliche Anwesenheit durchzuführen. Dieser Entscheidung gingen zahllose Recherchen voraus, die letztlich zielführend waren. Auch wenn wir schon einen Saal für unsere Veranstaltung gemietet hatten, hätten wir darin bei Einhaltung des Mindestabstands von 1,50 Metern maximal 30 Personen unter-bringen können. Nun gibt es ganz Vieles, was uns als Normalbürger im Rahmen der Gesetzgebung i.d.R. verborgen bleibt. So hatte der Bundestag bereits während des ersten Lockdown gehandelt und das Covid-19-Abmilderungsgesetz geschlossen. Hiermit wurde, für einen begrenzten Zeitraum, die Schwierigkeit, Mitgliederversamm-lungs-Beschlüsse im Verein ohne Versammlung zu fassen, beseitigt. Dazu heißt es in Abs. 2: Abweichend von § 32 Absatz 1 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs kann der Vorstand auch ohne Ermächtigung in der Satzung Vereinsmitgliedern ermöglichen, an der Mitgliederversammlung ohne Anwesenheit am Versammlungsort teilzunehmen und Mitgliederrechte im Wege der elektronischen Kommunikation auszuüben oder ohne Teilnahme an der Mitgliederversammlung ihre Stimmen vor der Durchführung der Mitgliederversammlung schriftlich abgeben. Eingedenk dessen, dass sich, um eine Wirksamkeit der Beschlüsse zu erreichen, mindestens 50% der Mitglieder beteiligen mussten, waren einige erläuternde Schreiben an alle Mitglieder erforderlich. Nur mit dieser ungewöhnlichen und hoffentlich einmaligen Versammlung konnte der Vorstand entlastet und der Haushalt für 2021 beschlossen werden. Die Entlastung benötigten wir, um auch in 2021 öffentliche Fördermittel beanspruchen zu können.                            Anfang November entfiel eine weitere öffentliche Veranstaltung zum Thema „Mein Erleben nach Schlaganfall“ mit anschließender Diskussionsrunde.

 

Engagement unserer Mitglieder     

Von der Aufforderung sich rege zu beteiligen und nachzufragen, machten etliche Mitglieder Gebrauch. Eine solch große inhaltliche Auseinanderset-zung mit SLN-Themen konnte bisher bei physischen Mitgliederversammlun-gen noch nie festgestellt werden. Es war spannend auf den verschiedensten Wegen zu kommunizieren. Das große Interesse, die diversen Anfragen oder Nachfragen zeigten erneut, dass unser Landesverband ein lebendiger, sehr aktiver, gemeinnütziger Selbsthilfeverband ist.

Letztlich jedoch, so kam es während diverser Telefonate zum Ausdruck, hätte jedes Mitglied es lieber gehabt, sich während einer physischen Jahreshautversammlung persönlich auszutauschen. Der gesamte Ablauf dieser, mit sehr viel Mehrarbeit ver-bundenen Hauptversammlung fühlte sich ungewöhnlich und irgendwie abstrakt an.           

Für uns alle ging mit 2020 wieder einmal ein erfolgreiches Jahr zu Ende. Ein Jahr welches uns vor neue Herausforderungen stellte, die wir zu Jahresbeginn noch gar nicht erahnten.  Gerade auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen vielfältigen Einschränkungen haben wir viele Dinge auf den Weg gebracht. Wir haben gemeinsam Seminare besucht und dabei, gerade auch aufgrund erforderlicher Beschränkungen noch mehr zueinander gefunden. Alle Mitglieder waren dabei äußerst kreativ und haben gestaltet. Ohne das persönliche Zutun eines jeden Einzelnen wäre manche Aktion nicht realisierbar gewesen. Wir haben gemeinsam an vielen Orten und bei vielen Gelegenheiten dafür geworben, dass die Gesellschaft die Nöte und Probleme von Menschen sehen lernt, anstatt diese zu verdrängen.

 

Wir werden genauso weitermachen, um damit uns selbst und anderen zu helfen. Gerade jetzt, in Zeiten wie dieser Corona-Pandemie, sollten wir uns alle darauf besinnen, dass wir schon ganz andere Klippen umschifft haben. Gemeinschaft stärkt immer auch den Einzelnen!                Denken sollten wir aber immer auch einmal an eine kleine Pause, auch die gibt unendlich viel Kraft!

Ein Großteil aller Belange lässt sich auch ohne physische Kontakte zufriedenstellend regeln. Zu den Zielen des Landesverbandes gehört es gesellschaftliche Toleranz aktiv  zu fördern, Integration voranzutreiben und zur individuellen Selbsthilfe zu motivieren.

 

Dabei brauchen wir Unterstützung.

 

Wir brauchen Menschen auf die wir zählen können.                                    Gemeinsam können wir viel erreichen.

 

Ullrich Weber

 

 

PS  Der Alltag wurde für viele von uns entschleunigt – manches davon eignet sich gut in die Zukunft übertragen und beibehalten zu werden. 

AKTUELLES:

Schön war es mal wieder eine Messe zu besuchen. Die InVita in Bremen bot  uns diese Möglichkeit.

 

Nun steht das geplante Austauschtreffen Celle an. Es findet in der Zeit vom 7. bis 10. Oktober im Intercity-Hotel statt. Eingeladen sind u.a. die Sprecherinnen u. Sprecher all unserer Mitgliedsgrup-pen, die Kontaktstellen der Umgebung und der erw. Vorstand des SLN.   

Neuigkeiten auch zu  Gruppentreffen lesen Sie immer hier auf unserer Startseite, aber bleiben Sie neugierig und durchstöbern Sie unsere Homepage nach weiteren interessanten Artikeln und Berichten.

 

- die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen finden Sie hier;

aktuelle Infos zu Gruppenteffen vom Selbsthilfe-Büro Niedersachsen finden Sie in Auszügen hier 

wichtige INFO:

In unserem Schlagan-fall-Büro in Burgdorf wird wieder persönlich beraten. Wir bitten um  Terminvereinbarung unter einer der folgenden Rufnummern:  

0 51 36   8 27 27 oder 01 73   8 04 00 35

Sie finden uns hier: 

 

Hold your head up high
and don't be afraid

Quelle: LyricFindSongwriter: Oscar Hammerstein II / Richard Rodgers,

Songtext von You’ll Never Walk Alone © Concord Music Publishing LLC

frei übersetzt:

Kopf hoch und hab' keine Angst

 

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